INSTALLATION "IRRWEGE", NATHALIE ARUN ART 2014

Installation zur Ausstellungreihe in der Erphokirche Münster Thema "ZWEIFEL"

 

Der Zweifel ist so alltäglich wie eine Tasse Tee. Der Philosoph Sören Kierkegaard sagt warum!

 

Ein Ursprung von Zweifeln besteht darin, dass Menschen auf Umwegen, Irrwegen und in Gegensätzen dasjenige entwickeln, was sie im Leben – häufig unbewusst – erreichen wollen. Der Zweifel ist in Zeiten dieser vermeintlichen „Irrwege“ ein ständiger Lebensbegleiter.

 

Kierkegaard schreibt:

„Es gehört zu den Unvollkommenheiten unseres Wesens, daß wir erst durch den Gegensatz hindurch müssen, um zu erreichen, was wir erstreben.“
Sören Kierkegaard: „Entweder-Oder“ 1. Teil, Philosophische Schriften, Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2007, S. 25

 

Materialien und Elemente der Installation:

1. Schriftzug mit dem Kierkegaard-Zitat - Buchstaben aufgeklebt - auf dem Boden, der durch Spiegelfliesen zu einem großen Spiegel wird.

 

 

 

2. Ein Baldachin aus Tag für Tag getrunkenen Teebeuteln spiegelt sich unten in dem Schriftzug von Kierkegaard. Teebeutel  symbolisieren alltägliche Verrichtungen und Rituale, die das Leben in all seinen Phasen begleiten. Sie stehen für für Ruhe, Balance, Leichtigkeit und Beständigkeit.

Teebeutel tragen zum Teil Schriftzüge mit Gegensätzen: zärtlich-gewalttätig, hoffnungsvoll-zweifelnd, todtraurig-glückvoll, ohne Sinn – voll Sinn etc. und symbolisieren auf leichte Weise die Irrwege und das Labyrinthartige eines Lebens, in dem Zweifel leicht aufkommen können.

 

3. Die „Decke, gewebt aus den Hunderten von Teebeuteln“, hängt kopfüber wie ein Baldachin über den Spiegelfliesen – alles erscheint doppelt und spiegelverkehrt. Ein Ventilator bringt die Beutel in Bewegung und schafft immer neue Konstellationen. Durch diesen Durchgang der Zweifel muss jede/r durch, um den Blick für einen neuen Raum frei zu haben.

 

4. Aus der Ferne betrachtet entsteht ein zusammenghöriges Ganzes - Zweifel inbegriffen.

letzte Änderung 8.03.2019